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Die Sopranklarinetten
C-Klarinette · B-Klarinette · A-Klarinette · G-Klarinette
Für diese Klarinetten hat sich – noch immer – kein Gattungsbegriff allgemein eingebürgert. Zur Abgrenzung von den tieferen und höheren Klarinetten wird häufig von der 'normalen' Klarinette gesprochen (und die B-Klarinette gemeint). Schade eigentlich – denn wenn man es gerne systematisch hat, wäre Sopran-Klarinetten der passende Oberbegriff. Immerhin – im angelsächsischen Sprachraum taucht er immer häufiger auf: »soprano clarinet«.
C-Klarinette
Die C-Klarinette ist das einzige Mitglied der großen Klarinettenfamilie, welches nicht transponiert: Der notierte Ton entspricht auf der C-Klarinette dem klingenden. Im Profibereich selten verwendet (obgleich viele klassisch-romantische Komponisten sie bisweilen vorsehen), jedoch wegen ihrer Größe als Anfängerinstrument für acht- bis elfjährige Schüler seit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder stark verbreitet. Moderne C-Klarinetten werden gerne so konstruiert, dass das B-Klarinettenmundstück aufgesetzt werden kann, so dass sich der Schüler beim Wechsel auf die B-Klarinette nach den ersten Unterrichtsjahren hier nicht umgewöhnen muss bzw. der Profi kein separates Setup neben seinem A/B-Klarinettensatz benötigt.
Übrigens: Die ersten Klarinetten um 1700 n. Chr. waren häufig C-Klarinetten. Und es gibt auch (zumindest) eine C-Bassettklarinette, also eine C-Klarinette mit verlängertem Unterstück bis zum notierten/klingenden C (hergestellt bei Seggelke Klarinetten Bamberg); damit ließe sich zumindest theoretisch auf B- und A-Klarinette verzichten und alle Sopranklarinettenstimmen des Sinfonieorchesters auf demselben Instrument spielen.
B-Klarinette
Die B-Klarinette transponiert eine große Sekunde [zwei Halbtöne] nach unten und ist das am meisten verbreitete Instrument der Klarinettenfamilie. Immer häufiger liest man für sie die Bezeichnung Sopran-Klarinette (entlehnt aus den Bezeichnungen der Saxophon-Familie).
Tief-es-Verlängerung
Manche Hersteller bieten für die B-Klarinette eine sogenannte Tief-es-Verlängerung an, die zwischen Schallbecher und Unterstück gesetzt wird und den Tonumfang nach unten um einen halben Ton (bis zum notierten es, klingend des) erweitert. Das im Erweiterungsstück befindliche Tonloch wird bei Bedarf über die Klappe für den rechten Daumen mit der Bechermechanik geschlossen oder geöffnet. Für Spieler ohne A-Klarinette besteht so die Möglichkeit, auch deren tiefsten Ton auf der B-Klarinette zu spielen und so die Literatur für A-Klarinette auf der B-Klarinette (wenn auch transponiert) zu spielen.
A-Klarinette
Die A-Klarinette transponiert eine kleine Terz [drei Halbtöne] nach unten und ist neben der B-Klarinette in Sinfonik und Kammermusik verbreitet und ein Muss für jeden Sinfonieorchester- und Kammermusik-Klarinettisten, der deshalb einen "Klarinettensatz" (A- und B-Klarinette) sein eigen nennen sollte. Ich mag sie besonders gerne. So wurde sie auch Namensgeberin dieser Internetseiten [davon abgesehen, dass alle anderen einfachen Domainnamen schon anderweitig vergeben waren].
In der sinfonischen Blasmusik finden sich gelegentlich Stimmen für Klarinette in A, wenn es sich um tonartgleiche Transkriptionen von Werken für Sinfonieorchester handelt, bei denen allzu "schwierige" Tonarten vermieden werden sollen, indem wie in der Originalversion A-Klarinetten zu verwenden sind.